Man kann ja nicht an alles denken …

Als wir im Juli 2017 die Salt & Silver Zentrale zur Welt brachten, hatten wir eine 7-monatige Umbauschwangerschaft mit harter Arbeit bis ins letzte winzige Detail hinter uns. Handgetöpfertes Geschirr auf den Tischen, aufwendige Kunstinstallationen und tausend kleine Details im Raum: sexy Vasen, grüne Marmorfliesen, handgefertigte Eichenholzbänke, von mexikanischer Tätowiererhand bemalte Toilettenwänden mit original Dschungelsound und vom Ledergott Yaykan geprägte Speisekarten. Jedes Teil war bis zur Verblödung perfektioniert und mit Liebe bedacht. Nur eine ganz winzige Kleinigkeit hatten wir fatalerweise nicht im Blick: unser eigenes Erscheinungsbild. Wir hatten schlichtweg vergessen, uns um anständige Arbeitsbekleidung zu kümmern.

Die trauth-Erleuchtung

Als wir schließlich nach diversen Wasserrohrbrüchen und Verzögerungen bis auf den letzten Penny blankrasiert die Pforten unserer neuen Wirkstätte öffneten, konnten wir uns nicht mehr als ein paar lumpige Großmarktschürzen leisten. Wie ein Haufen fettbespritzter Lumpensammler standen wir fast ein Jahr lang in unserer aufwendig in Szene gesetzten Showküche, konstruierten kunstvolle essbare Türmchen auf wertvolle Keramikteller, während unsere Schürzen von Waschgang zu Waschgang zu fleckigen Altkleidern mutierten. Irgendwann, als unserem herzgeliebten Küchenchef Simon der wortwörtlich letzte Faden riss und ihm der besagte textile Schandfleck mitten im Service vom Körper fiel, hatte er keine andere Wahl – er brachte am nächsten Tag seine heilige eigene trauth- Schürze mit.

Als Küchengott Simon also morgens in seinem handgeschneiderten Arbeitsgewand die Eingangstür herrschaftlich durchschritt, umspielte ihn die Aura eines Fabelwesens: In den messingfarbenen Ösen seiner elegant geschnittenen Robe spiegelten sich die Lichter der Hamburger Hafensonne, während die vorbeifahrenden Dreimaster vor Ehrfurcht vor dem festen Tuch der Schürze ihre lumpigen Segel kleinlaut strichen. Das geschmeidige Leder der Schultergurte versprühte einen herben Moschusduft im Raum, der keinen Zweifel daran ließ, wer der kulinarische Bossbabo im Raum war. Wir anderen wussten in diesem Moment: Es ist Zeit, zu investieren. Vorbei die Ära der Lumpensammler-Outfits, es war Zeit, sich dem kulinarischen Stand gemäß zu präsentieren: trauth Arbeitsbekleidung musste her!

Das perfekte Gewand für die Salt & Silver Küchenkrieger

Wir schickten also einen unserer Brieffalken auf den Weg Richtung Berlin um Gabriel Trauth, den Schöpfer dieser zukunftsweisenden Arbeitsgewänder, nach Hamburg in unser Restaurant einzuladen. Einige Wochen später kam uns der Kochmode-Messias in der Zentrale besuchen – um uns endlich von unserem Elend zu erlösen!

Seine mitgebrachten Gaben überstiegen unsere kühnsten Träume: Er hatte eine Art Batman-Samurai-Suit für Küchenpersonal entwickelt, vor kampfentscheidenden Features nur so strotzend! Asiatisch geschnittene Jacken aus sattem tiefschwarzen Tuch, mit Sicherheit sogar kugelfest, mit akkuraten Salt & Silver Stickereien auf der Brust und kleinen individuellen Bandenmitgliedsnummern auf der Schulter. Jeder Krieger unserer Küchenbrigade spürte sofort den Aufstieg vom simplen Koch zum Halbgott in schwarz als er zum ersten Mal den silbernen obersten Zierknopf durch das Knopfloch fädelte!

Einige sagen, die Jacken würden übermenschliche Kochkräfte verleihen – es sei unmöglich, darin etwas anbrennen  oder versalzen zu lassen. Wir können das leider aus Geheimhaltungsgründen nicht kommentieren, wir können aber so viel verraten: ja es stimmt.

Seitdem wir also in dieser Marvel-inspirierten Arbeitsbekleidung wirken dürfen, hat sich nicht nur unsere Kampfkraft um ein Vielfaches erhöht, auch die Messer schneiden schärfer und die Pinzetten setzen die Zierkresse noch präziser auf die Ceviche, die Flammen brennen heißer und die Fischhaut wird knuspriger.

Ihr werdet es bei eurem Besuch schmecken, und vielleicht – aber nur vielleicht – erhascht ihr ja sogar einen Blick auf einen unserer kugelsicheren Küchenninjas.

Danke, Gabriel Trauth!